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Pressestatement zu den "Offenen Sprechstunden"

Berlin, 20.07.2018 – Heute erschien im Deutschen Ärzteblatt ein Interview mit Gesundheitsminister Jens Spahn. Darin wird auch die Idee der so genannten „offenen Sprechstunden“ thematisiert. Hierzu erklärt der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt:

„Natürlich ist es heute schon so, dass Hausärztinnen und Hausärzte Patienten, die Hilfe brauchen, auch ohne Termin behandeln. Wenn diese Leistungen zukünftig endlich vernünftig bezahlt werden sollen, dann wäre das ein Schritt in die richtige Richtung!

Was wir klar ablehnen würden, wären verpflichtende Regelungen, die den Ärztinnen und Ärzten vorschreiben, wie sie konkret ihren Praxisalltag zu organisieren haben. Vorgaben von oben helfen den Kolleginnen und Kollegen vor Ort sicher nicht! Zudem wären solche zusätzlichen Regulierungen mit dem freien Arztberuf nicht vereinbar. Daher muss die Entscheidung, in welcher Form offene Sprechstunden angeboten werden, der Ärztin oder dem Arzt überlassen werden. 

Zur Wahrheit gehört auch, dass die Zeit des einzelnen Hausarztes sich nicht dadurch vermehren würde, dass er offene Sprechstunden anbietet. Damit wird sich das Problem des steigenden Bedarfs nicht lösen lassen. Dafür braucht es schlichtweg mehr Hausärztinnen und Hausärzte. Das wird ohne eine massive Förderung der hausärztlichen Versorgung nicht gelingen. 

Um das zu erreichen, müssen endlich die typisch hausärztlichen Leistungen, wie beispielsweise Hausbesuche oder die geriatrische Versorgung, fair bezahlt werden! Da herrscht massiver Nachholbedarf.“