Organspende

Hausärztinnen und Hausärzte sind seit jeher die ersten Ansprechpartner, wenn es um das Thema Organspende geht. Sie beraten und unterstützen ihre Patientinnen und Patienten bei dieser wichtigen und sehr persönlichen Entscheidung.

Neues Gesetz tritt am 1. März 2022 in Kraft

Ab dem 1. März 2022 können Hausärztinnen und Hausärzte nach dem Transplantationsgesetz ein Beratungsgespräch mit ihren Patientinnen und Patienten alle zwei Jahre abrechnen. Die Beratung soll dabei ergebnisoffen gestaltet sein. Genaueres erfahren Sie hier: Bekanntmachung der Beschlüsse des Bewertungsausschuss.

Das Beratungsgespräch soll verschiedene Aspekte abdecken, unter anderem, bei Bedarf, die aktive Beratung und Ermutigung zur Abgabe einer Erklärung über die Organ- und Gewebespende sowie den Hinweis, dass mit Vollendung des 16. Lebensjahres Patientinnen und Patienten selbstständig entscheiden, ob sie einer Organ- und Gewebespende nach dem Tod zustimmen oder widersprechen möchten. Weitere Informationen finden Sie unter organspende-info.de/hausaerzte.

Wofür wir eintreten

Der Deutsche Hausärzteverband uns seine Landesverbände setzen sich seit langem für eine Steigerung der im internationalen Vergleich sehr geringen Organspendezahlen ein. Aufklärungs- und Beratungsgespräche sind seit jeher fester Bestandteil der hausärztlichen Versorgung. Nach wie vor ist das Thema der Organspende mit Ängsten und Sorgen behaftet. Als vertraute Ansprechpartner können die Hausärztinnen und Hausärzte im persönlichen Gespräch aufklären und dazu motivieren, eine Entscheidung zu treffen, ob eine Patientin oder Patient Organspender werden möchte oder nicht.

Damit Aufklärungs- und Beratungsgespräche sinnvoll geführt werden können, braucht es ausreichend Zeit. Der Deutsche Hausärzteverband kritisiert daher die im neuen Gesetz veranschlagten fünf Minuten pro Gespräch alle zwei Jahre scharf. Eine derartige Regelung, die der Komplexität und Bedeutung des Themas in keiner Weise gerecht wird, ist nicht geeignet, die Organspendebereitschaft zu erhöhen.

Der Deutsche Hausärzteverband und seine Landesverbände treten auch zukünftig für eine Regelung ein, die Patientinnen und Patienten und Hausärztinnen und Hausärzten ausreichend Zeit für die Beratung zur Organspende einräumt.

Kostenlose Informationsmaterialien zur Beratung in der Praxis

Um die Hausärztinnen und Hausärzte bei der Beratung ihrer Patientinnen und Patienten zu unterstützen, hat der Deutsche Hausärzteverband gemeinsam mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ein Informationspaket entwickelt, welches an die Hausarztpraxen verschickt wurde. Darüber hinaus haben die Hausärztinnen und Hausärzte die Möglichkeit, weitere Informationsmaterialien herunterzuladen bzw. kostenfrei nachzubestellen.

Standardinformationspaket

Das Standardinformationspaket enthält wichtige Informationsmaterialien, die zur Weitergabe an Patientinnen und Patienten gedacht sind. Mit diesen Materialien können sich Patientinnen und Patienten auf ein Beratungsgespräch zur Organ- und Gewebespende bei der Hausärztin bzw. beim Hausarzt vorbereiten. Im Paket sind Materialien für die Beratung von 10 Patientinnen und Patienten sowie 100 Organspendeausweise enthalten.

  • 10 x Broschüre „Antworten auf wichtige Fragen"
  • 10 x Broschüre "Wie erkläre ich meine Entscheidung zur Organ- und Gewebespende"
  • 10 x Informationskarte Verfügungen
  • 100 x Organspendeausweise als Plastikkarte

Das Standardinformationspaket können Sie über den Shop der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kostenfrei bestellen.

Organspendeausweis

Der Organspendeausweis schafft Klarheit. Wenn er nicht vorliegt, müssen im Falle eines Falles die Angehörigen entscheiden - die/der Betroffene hätte dann keine Möglichkeit mehr, sein Persönlichkeitsrecht wahrzunehmen. Zudem entlastet der Ausweis die Angehörigen in einer bedrückenden Situation von einer schwerwiegenden Entscheidung.

Das Ausfüllen dieser Erklärung ist ein völlig unbürokratischer Akt, der kaum Mühe erfordert. Dabei muss niemand fürchten, sich ein für allemal festzulegen. Wer seine Einstellung zur Organspende ändert, muss lediglich die alte Erklärung vernichten. Außerdem ist es sinnvoll, die Angehörigen oder eine andere Vertrauensperson über den geänderten Entschluss zu informieren.

Es ist sinnvoll, den Organspendeausweis bei den Personalpapieren mit sich zu tragen. Der Organspendeausweis wird an keiner offiziellen Stelle registriert oder hinterlegt.

Den Organspendeausweis können Sie hier als PDF-Dokument herunterladen und ausfüllen. Außerdem können Sie den Organspendeausweis als Plastikkarte im Scheckkartenformat kostenfrei über den Shop der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bestellen. Bitte beachten Sie, dass der Versand aus datenschutzrechtlichen und organisatorischen Gründen nur blanko möglich ist. Unter www.organspende-info.de haben Sie auch die Möglichkeit, einen Ausweis online auszufüllen und auszudrucken.

Broschüre: Beratung zur Organ- und Gewebespende in der Hausarztpraxis - Manual für das Arzt-Patienten-Gespräch

Das Manual richtet sich an hausärztlich tätige Ärztinnen und Ärzte. Neben Hintergrundinformationen zur Organ-und Gewebespende (Zahlen und Daten), wird der Ablauf einer Organ- und Gewebespende erklärt sowie die Möglichkeiten der Entscheidungsdokumentation thematisiert. Darüber hinaus gibt es Anregungen für das Arzt-Patienten-Gespräch zur Organ- und Gewebespende.

Ein PDF der Broschüre "Beratung zur Organ- und Gewebespende in der Hausarztpraxis - Manual für das Arzt-Patienten-Gespräch" finden Sie hier zum Download (PDF) Außerdem haben Sie die Möglichkeit, die Broschüre als gedrucktes Exemplar über den Shop der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu bestellen.

entscheiden. DAS MAGAZIN ZUR ORGAN- UND GEWEBESPENDE

In der Magazinreihe "entscheiden. DAS MAGAZIN ZUR ORGAN- UND GEWEBESPENDE" dreht sich alles rund um die Organ- und Gewebespende. In vielen Potraits, Interviews und übersichtlichen Fakten-Blättern können sich Leserinnen und Leser dem Thema nähern. Persönliche Geschichten, Erfahrungen und Meinungen machen das Thema Organ- und Gewebespende aus verschiedenen Perspektiven erlebbar.

entscheiden. (Ausgabe 1)

In mehreren Portraits und Interviews schildern Menschen persönliche Geschichten, Erfahrungen und Gedanken rund um das Thema Organspende. Leserinnen und Lesern erleben dadurch das Thema Organspende aus verschiedenen Perspektiven. Ergänzt werden die Erfahrungsberichte durch übersichtliche Daten und Fakten, eine Zusammenstellung der am häufigsten gestellten Fragen und Antworten sowie praktische Tipps.

Ausgabe 1 des Magazins "entscheiden. DAS MAGAZIN ZUR ORGAN- UND GEWEBESPENDE" finden Sie hier zum Download (PDF). Außerdem haben Sie die Möglichkeit, das Magazin als gedrucktes Exemplar über den Shop der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kostenfrei zu bestellen.

entscheiden. (Ausgabe 2)

Das Magazin stellt die Themen „Hirntoddiagnostik“ sowie „Organspende und Patientenverfügung“ in den Fokus. Ärztinnen und Ärzte berichten, wie sie ihre Patientinnen und Patienten bei Fragen zu diesen Themen begleiten und dafür sorgen, dass deren Wille umgesetzt wird. Außerdem schildern neben dem Fernsehmoderator Peter Kloeppel verschiedene Menschen persönliche Geschichten, Erfahrungen und Gedanken rund um das Thema Organspende.

Ausgabe 2 des Magazins "entscheiden. DAS MAGAZIN ZUR ORGAN- UND GEWEBESPENDE" finden Sie hier zum Download (PDF). Außerdem haben Sie die Möglichkeit, das Magazin als gedrucktes Exemplar über den Shop der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kostenfrei zu bestellen.

 

 

 

 

Eine Kooperation des Deutschen Hausärzteverbandes mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Podcast „ORGANSPENDE – verstehen & entscheiden“.

Podcast „ORGANSPENDE – verstehen & entscheiden“ mit Ulrich Weigeldt

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, ist zu Gast im Podcast der BZgA und schildert, was die ergebnisoffene Beratung zum Thema Organspende für die Hausarztpraxis bedeutet. Der Podcast steht auf allen gängigen Plattformen zur Verfügung:

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